Osterzeit 2026 – Impressionen

Noch befinden wir uns in den bayerischen Osterferien, auch wenn ich seit heute offiziell wieder im Dienst bin (inoffiziell ist es noch eher geruhsam, vor dem ganz großen Prüfungsstress zum Schuljahresende). Die erste Hälfte der Ferien, aka Karwoche, waren wir eine Woche in Hersbruck, einfach mal kurz verreisen, wandern, Landschaft genießen. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, aber wir haben das beste draus gemacht und uns so halb in der der Fackelmann Therme eingemietet, wo es durchaus erträglich war. Da warm. Im Gegensatz zu unserer eiskalten Ferienwohnung.

Ich fand es sehr ungewohnt, in der Karwoche nicht zuhause zu sein – normalerweise ist diese Woche bei mir erfüllt mit Ostervorbereitungen, mental (Fasten, beten, Gottesdienstbesuche) und auch ganz real (Einkäufe, Backen, Eierfärben, etc.) – das alles war dieses Jahr sehr stark komprimiert auf den Karsamstag. Ich merke, wie stark ich liturgisch geprägt bin. Ich mag es nicht, in einen so hohen Feiertag wie Ostern ohne innere Einstimmung hineinzustolpern. Dazu bin ich zu sehr Pfarrerin.

Der Höhepunkt von Ostern war für mich, wie jedes Jahr, der Besuch der Osternachtmesse in unserer katholischen Nachbargemeinde St. Augustin, leider dadurch getrübt, dass der Gatte Dienst im Theater hatte. Gespielt wurde My Fair Lady. Am Karsamstag Abend. Die innere Liturgin verdreht genervt die Augen und die treusorgende Gattin, die ihn einfach gern dabei gehabt hätte, fand es auch blöd. Entschädigt wurden wir (Söhnlein und ich) aber durch ein stimmungsvolles Osterfeuer, die immer wieder wunderschöne Lichtfeier in der Kirche und ich hatte trotz allem das Gefühl, im Ostern, dem Fest der Auferstehung und der Hoffnung angekommen zu sein. Ostern hat es dieses Jahr schwer. Iran, Ukraine, irre Machthaber, so viel Leid und Elend. Aber gerade deshalb ist dieses Fest ja so wichtig. Die Botschaft, dass das alles nicht das letzte Wort hat, dass am Ende die Liebe siegt.

Der Ostertag selbst, Ostermontag und auch der heutige Osterdienstag war erfüllt mit Ausflügen in die nähere Umgebung – endlich Frühling, Licht, Sonne! Die Natur legt sich dieses Jahr sehr ins Zeug, um die Osterbotschaft deutlich und in aller Pracht zu unterstreichen. Genau rechtzeitig zum Ende der Karwoche wurde es sonnig und wärmer.

Neu entdeckte Landschaften quasi direkt vor unserer Haustür und altvertraute Orte wie der Marienberg wurden erfahren und erwandert, im Falle von Gatte und Sohn auch erklettert. Ich habe so lange entspannt in der Sonne gelesen, ein Buch, das völlig abseits meiner sonstigen Lesegewohnheiten liegt und auf über das ich hier vielleicht auch noch schreiben werde. „Ready Player One“ von Ernest Cline.

Tja, und nun gilt es, langsam wieder ins Arbeiten zu kommen. Klausuren sind zu korrigieren, Stunden sind vorzubereiten und manches andere steht auch noch an. Es war schön, in diesen sonnigen Ostertagen die Kraft dafür zu schöpfen. Genießt die Sonne und lasst Ostern sacken – zum Glück haben wir ja dazu noch fast 50 Tage Zeit.

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