Was bedeutet es für dich, ein guter Mensch zu sein? #DaylyPrompt

Vielleicht gelingt die Annäherung an diese Frage besser „via negationis“, also indem ich mir überlege, was einen schlechten Menschen ausmacht. Ein schlechter Mensch ist für mich jemand, der andere nicht in ihrem Recht auf Leben gelten lässt. Das beginnt nicht erst dann, wenn jemand einem anderen den Schädel einschlägt oder schlimmeres, sondern bereits dann, wenn über andere Menschen hergezogen wird. Man ihnen das Recht abstreitet, genauso über Gottes schönen Erdboden wandeln zu dürfen, wie man selbst. Ein schlechter Mensch ist einer, der anderen Menschen ihr Menschsein abspricht, sei es aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder aus irgendeinem anderen Grund. Ein schlechter Mensch nützt seine Macht über andere aus, indem er sie unterdrückt oder missbraucht, im schlimmsten Fall die eigenen Kinder. Ein schlechter Mensch ist jemand, der aus dem Leid anderer Menschen Profit schlägt. Oder es billigend in Kauf nimmt, um selbst weiter zu kommen. 

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Ein guter Mensch, das ist für mich ein Menschenfreund. Jemand, der andere gelten lässt, auch und gerade dann, wenn sie anders sind oder anders denken, als er selbst. Ein guter Mensch ist jemand, der großzügig ist, der Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten aushält, der andere nicht nach seinem Bild zurechtbiegen muss. Ein guter Mensch ist einer, dem das Leid anderer Menschen ans Herz geht, der sich schlecht fühlt, wenn er helfen könnte, es aber nicht getan hat. Ein Mensch, der das, was er ist und das was er hat zu Wohle anderer einsetzt. Ein guter Mensch übt seine Macht aus, indem er andere schützt. Er teilt sowohl seinen materiellen Besitz, als auch seine Talente und Gaben, indem er sie für andere einsetzt. Ein guter Mensch bewertet niemals andere aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexuellen Orientierung, vielmehr versucht er, von anderen zu lernen. Gut ist ein Mensch nicht unbedingt nur dann, wenn er sich wie Mutter Teresa unermüdlich für andere aufopfert. Es genügt im Grunde, Mensch zu sein und andere so zu behandeln, wie man selbst gern behandelt werden möchte. 

Das ist übrigens die „Goldene Regel“, die nicht nur von Jesus zitiert wird, sondern so oder ähnlich quer durch alle Religionen als Goldstandard für das menschliche Miteinander gilt. „Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut ihnen zuerst selbst“, sagt Jesus. Wobei ich diese Reihenfolge wichtig finde: Ich muss aktiv werden, anderen etwas gutes tun -und dann darauf vertrauen, dass es zu mir zurückkommt.

Also nicht warten, dass die anderen mir etwas Gutes tun, und das dann vielleicht (oder auch nicht) erwidern.

Den ersten Schritt gehen zum Guten. Ich glaube, das macht einen guten Menschen aus.

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